Guten Appetit – und eine gute Fahrt!

Martorell/Weiterstadt,  23.08.2019

  • Was isst man idealerweise während einer längeren Autofahrt?
  • Beim Fahren verbrennen wir am Tag nur 1.000 bis 1.350 Kilokalorien
  • Ausreichend trinken ist mindestens genauso wichtig wie Essen

Sommerzeit ist Ferienzeit: Viele entscheiden sich für eine Fahrt zum Urlaubsziel mit dem eigenen Auto. Neben dem obligatorischen Check von Reifendruck und Motorölstand sollte man sich vor der Abfahrt aber nicht nur um das technische, sondern auch um das leibliche Wohl Gedanken machen. Wer bei längeren Fahrten genauer auf seine Ernährung achtet, kommt entspannter und auch sicherer ans Ziel. Denn einige Lebensmittel können unangenehme „Nebenwirkungen“ haben, die die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden am Steuer ungünstig beeinflussen. Hier kommen die wichtigsten Dos and Don’ts für eine angenehme Urlaubsreise im eigenen Auto.

Der Energieverbrauch hinterm Steuer

Beim Autofahren verbrennen wir am Tag zwischen 1.000 und 1.350 Kilokalorien. Das entspricht in etwa unserem Energiebedarf im Ruhezustand. Man benötigt auf langen Fahrten also nicht mehr Kalorien als sonst, sondern tendenziell eher weniger – und sollte daher die empfohlene Energiezufuhr von etwa 2.000 Kilokalorien pro Tag beherzigen. Dr. Mari Carmen López vom medizinischen Zentrum SEAT CARS rät: „Sie sollten nie mit leerem Magen Auto fahren, denn dann riskieren Sie, dass Ihr Blutzuckerspiegel sinkt und Ihnen schwindelig wird. Außerdem kann man sich nicht gut konzentrieren, wenn der Magen knurrt.“

Weniger ist mehr

Üppige Mahlzeiten machen bekanntermaßen nicht nur müde, sie können gerade wegen des Mangels an Bewegung beim Fahren auch Bauchschmerzen, Sodbrennen und Blähungen verursachen. Darunter leiden dann nicht nur die Mitfahrer, sondern vor allem die eigene Konzentrationsfähigkeit. Erwiesenermaßen sinkt die Leistungsfähigkeit nach dem Mittagessen um rund zehn Prozent. Dr. Mari Carmen López empfiehlt daher „regelmäßige Pausen und kleine Portionen. Sollten Sie dennoch eine größere Mahlzeit zu sich nehmen, empfiehlt es sich, 15 Minuten lang spazieren zu gehen oder ein Nickerchen zu machen. Dann sind Sie fit für die Weiterfahrt“.

Was man besser nicht essen sollte

Frittierte, gebackene oder scharf gewürzte Speisen sollte man während der An- und Abreise besser vermeiden. Sie sorgen wegen ihrer schweren Verdaulichkeit für Bauchgrummeln. Auch Reis, Bohnen und Nudeln sind nicht optimal, denn die erhöhte Kohlenhydrataufnahme kann zu unangenehmen Blähungen führen. Zudem sind leicht verdauliche Kohlenhydrate – wie sie etwa in Reis und Nudeln enthalten sind – weniger lange sättigend, sodass sich schon bald wieder ein Hungergefühl einstellt. Auch Zitrusfrüchte, Zwiebeln und Tomaten können, obgleich sie sehr gesund sind, Sodbrennen verursachen.

Wasser ist das einzig Wahre

Erstaunlich: Eine gemeinsame Studie der Universität Loughborough (Großbritannien) und des European Hydration Institute (Spanien) hat ergeben: Ein Fahrer, der zu wenig Wasser trinkt, macht ebenso viele Fehler wie ein Fahrer, der zu viel Alkohol getrunken hat. Konkret heißt das: Die Reaktionsgeschwindigkeit und das Konzentrationsvermögen sind dann nur noch so gut wie bei einem Blutalkoholspiegel von 0,8 Promille.

Der Effekt ist ähnlich dem der totalen Übermüdung – und das hat man vielleicht schon einmal selbst erlebt. Zu den häufigsten Fahrfehlern gehören dabei beispielsweise der versehentliche Spurwechsel, zu spätes und zu heftiges Bremsen sowie das Befahren der Standspur. Dr. Mari Carmen López erklärt: „Flüssigkeitsmangel sollte man unbedingt vermeiden. Trinken Sie genug Flüssigkeit, denn sonst fährt man unkonzentriert und schlicht weniger sicher. Idealerweise legen Sie ausreichend Trinkpausen ein und vertreten sich dabei die Beine. Das kurbelt den Kreislauf zusätzlich an. Das gilt besonders für heiße Tage, auch wenn die Klimaanlage im Fahrzeug eingeschaltet ist. Dann nämlich ist die Luft im Fahrzeug trockener und wir verlieren einen beträchtlichen Teil der Flüssigkeit über die Atemluft.“

Wasser eignet sich dazu am besten, kann jedoch mit Fruchtsäften oder anderen Erfrischungsgetränken kombiniert werden. Beim Thema Koffein rät die Expertin: „Ein paar Tassen Kaffee oder Tee über den Tag verteilt helfen, wach zu bleiben. Dass zu viel Koffein weder gesund noch konzentrationsfördernd ist, sollte aber klar sein.“ Daher sind Energy Drinks für Autofahrten absolut ungeeignet.

Darf man beim Fahren überhaupt essen oder trinken? 

In den meisten europäischen Ländern ist es nicht ausdrücklich verboten, am Steuer zu essen oder zu trinken. Allerdings kann sich jeder vorstellen, dass man beim Hantieren mit Sandwich und Wasserflasche während der Fahrt abgelenkt ist und sich dadurch die Reaktionsfähigkeit vermindert. Eine Studie der Universität Leeds (Großbritannien) fand heraus, dass die Reaktionszeit beim Essen um bis zu 44 Prozent sinkt. Krümel und Flecken auf Hemd, Hose und Armaturenbrett sind dabei das geringere Übel. 

In Spanien ist es hingegen sogar explizit verboten: Hier müssen Fahrer, die beim Essen oder Trinken erwischt werden, mit einem saftigen Bußgeld in Höhe von 200 Euro rechnen; auch in Großbritannien sind 100 Pfund fällig. 

Und was esse ich nun idealerweise? 

Auch hierfür hat Dr. Mari Carmen López klare Empfehlungen für eine unbeschwerte Fahrt.

Frühstück: Zwei Scheiben Toast mit gekochtem Schinken oder Käse, Obst, Kaffee oder Tee

Zwischenmahlzeit: Vegetarisches Sandwich, Obst, Joghurt und Wasser

Mittagessen: Salat, etwas Fleisch oder Fisch vom Grill oder aus dem Ofen, Obst, Wasser und Kaffee oder Tee 

„Dieser Ernährungsplan ist nährstoffreich und trotzdem so leicht, dass es nicht zu unangenehmen Verdauungs- oder Kreislaufproblemen kommt. Wichtig ist wie immer das Maß. Wer sich daran orientiert und das Grundprinzip einer leichten Ernährung während der Reise beherzigt, kommt nicht nur sicherer, sondern auch viel entspannter und körperlich fitter ans Ziel. Ich wünsche eine gute Fahrt“, so die Expertin.


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Melanie Stöckl
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