Der neue SEAT Leon – ein letztes Mal undercover

Martorell/Weiterstadt, 27.01.2020

  • Erstmals tarnt SEAT ein neues Modell in verschiedenen Farben
  • Inspiration für die ästhetische Hülle lieferte die Stadt Barcelona
  • Zum Einsatz kamen 20 Quadratmeter extrem widerstandsfähiges Spezialvinyl

Die Entwicklung eines neuen Modells bedeutet für Designer und Ingenieure mehrere Jahre intensivster Arbeit. Alle Aspekte dieser Arbeit unterliegen bis zur offiziellen Präsentation einer strengen Geheimhaltung. Kurz vor seiner weltweiten Präsentation zeigt sich der neue SEAT Leon noch in einem von Barcelona und dem katalanischen Modernismus inspirierten Tarnkleid – anders als üblich nicht in schwarz-weißer Tarnfolierung, sondern farbig.

Vom Kubismus zum Modernismus

Ihren Ursprung hat diese Art der Tarnung in der Zeit des Ersten Weltkriegs, als dieser „Blendeffekt“ bei Schiffen eingesetzt wurde. Die Schiffe wurden mit geometrischen Mustern in Schwarz und Weiß lackiert, wodurch die Formen verwischt und der Gegner getäuscht werden konnte. „Es heißt, dass die Künstler, die diese Tarnmuster entwarfen, sich von den Gemälden der Kubisten inspirieren ließen. Bei der Tarnung von Fahrzeugen heute wird das gleiche Prinzip verwendet“, sagt Edgar Aneas, Experte für Fahrzeugtarnung.

Eine Skulptur auf Rädern

Für den neuen SEAT Leon holten sich die Color & Trim-Designer von SEAT ihre Inspiration von den Trencadís-Mosaiken in Barcelona. „Der neue SEAT Leon hat eine starke Persönlichkeit und dementsprechend ausdrucksstarke Formen. Deshalb ist es schwierig, ihn zu tarnen. Er wurde hier in Barcelona erschaffen und zu dieser Stadt haben wir eine spezielle Beziehung. Deshalb war es nur logisch, uns von Barcelona inspirieren zu lassen“, sagt Jordi Font, Leiter der Abteilung Color & Trim Development bei SEAT.

Aus Schwarz und Weiß wird Farbe

Die Color & Trim-Designer wollten weg vom Etablierten. Dafür waren viele Tests notwendig, denn Camouflage für Autos war bis heute stets in Schwarz und Weiß gehalten. Jede Automarke hat ein eigenes Design, einige wurden sogar patentiert. „Es ist das erste Mal, dass wir nicht das normale Tarndesign verwendet haben. Das war eine große Herausforderung für uns, denn die Hauptaufgabe bestand ja immer noch darin, die Formen des Autos unkenntlich zu machen. Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert, um das zu schaffen. Gleichzeitig sollte aber auch eine klare Message zu erkennen sein: Wir sind Barcelona, wir sind mediterran, wir sind bunt“, betont Jordi.

Ästhetisch und gleichzeitig widerstandsfähig

Bei dieser Art der Tarnung geht es nicht nur um die Ästhetik, sondern auch darum, dass sie extremen Witterungs- und Fahrbedingungen standhält. Für diesen Zweck wurde ein spezielles Vinyl verwendet. „Die Autos müssen bei verschiedenen Wetterbedingungen getestet werden. Dazu gehören lange Touren in der Natur mit all ihren Elementen, mit Minustemperaturen, mit Regen und mit Hitze“, sagt Edgar Aneas. „Die Tarnfolierung wird aus sehr widerstandsfähigem Material hergestellt und dessen spezielle Eigenschaften sorgen dafür, dass die Folie stabil bleibt und sich nicht ablöst.“

Für den neuen SEAT Leon wurden zwanzig Quadratmeter Vinyl verarbeitet. Fenster und Beleuchtungseinheiten sind mit mikroperforiertem Vinyl verkleidet, sodass Licht ungehindert passieren kann. Die Insassen können nach draußen sehen, aber niemand ins Innere. Das Vinyl wird auf 45 °C erhitzt, damit es genau den Konturen des Fahrzeugs angepasst werden kann.

Loslösen vom Standard

Um die Konturen eines neuen Modells nicht zu früh preiszugeben, muss zuerst festgestellt werden, welche Partien für das Fahrzeug charakteristisch sind und welche deutlich verändert wurden. Je chaotischer die Camouflage ist, desto mehr kann sie verbergen. Es ist wichtig, die Linienführung und weitere charakteristische Designelemente unkenntlich zu machen. Spiegel und kurvige Teile sowie etwa ein Spoiler sind am schwierigsten zu bekleben. Und was muss auf jeden Fall unkenntlich gemacht werden? „Außer der Linienführung auf jeden Fall die Scheinwerfer und die Form der Heckleuchten. All dies verrät nämlich die Form unserer Skulptur und damit die DNA des Fahrzeugs“, erklärt Jordi Font.


SEAT Pressekontakt

Melanie Stöckl
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