Sicher unterwegs bei Herbstwetter

Martorell/Weiterstadt, 14.10.2020

  • Spröde Wischerblätter verringern die Sicht um bis zu 30 Prozent
  • Nasses Laub macht Straßen ähnlich rutschig wie Schnee und Eis
  • Intelligente Fahrerassistenzsysteme können wertvolle Hilfen sein

Im Herbst machen die leuchtenden Rot,- Gelb- und Orangetöne des Laubes ausgedehnte Spaziergänge zu einem Genuss. Für Autofahrer ist der Herbst gleichwohl eine anspruchsvolle Jahreszeit, denn eben jene Blätter können auf der Straße zur Gefahr werden. Hinzu kommen niedrigere Temperaturen, schlechtere Witterung sowie die früh einsetzende Dunkelheit. Um auch auf regennasser, mit Laub bedeckter Straße sicher unterwegs zu sein, empfiehlt es sich, das eigene Fahrzeug jetzt, zu Beginn des Herbstes, einer kurzen Prüfung zu unterziehen. Der eigene Fahrstil sollte zudem unbedingt an die schlechteren Straßenbedingungen angepasst werden. SEAT hat zehn Tipps dazu.

1. Es kommt auf den Millimeter an
Im Herbst sind die Straßen oft kalt und nass. Daher ist es sinnvoll, die Reifen zu prüfen: Stimmen Profiltiefe und Luftdruck noch? Beide Faktoren sind wichtig für Grip und Bremsvermögen. Experten empfehlen daher, dass Reifen noch mindestens drei Millimeter Profiltiefe haben sollten. Auf keinen Fall darf das Profil auf unter 1,6 Millimeter abgefahren sein. Zum einen ist dies die gesetzliche Mindestvorgabe, zum anderen besteht auf nasser Fahrbahn dann schon bei 90 km/h die Gefahr von Aquaplaning. Mindestens einmal im Monat sollte der Reifendruck kontrolliert werden.

2. Rutschgefahr durch nasses Laub
Durch nasses Laub auf der Fahrbahn können Straßen so rutschig sein wie bei Schnee und Eis. Der erfahrene Rennfahrer Jordi Gené empfiehlt daher höchste Aufmerksamkeit in Bereichen, in denen viele Blätter liegen, und warnt vor allem vor plötzlichen Bremsmanövern. „Wenn Sie in einer Kurve ins Schleudern geraten, sollten Sie hastige Lenkbewegungen vermeiden. Und falls Ihre Reifen die Bodenhaftung verlieren, sollten Sie nicht mit aller Gewalt versuchen, die Kontrolle über das Fahrzeug wiederzuerlangen – reagieren Sie ruhig“, so der Rat des Profis.

3. Die drei S: Sichtweite, Sicherheitsabstand, Schnelligkeit
Wenn Ihre Sichtweite bei Nebel oder starkem Regen weniger als 50 Meter beträgt, dann ist das der Mindestabstand, den man zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten sollte. Zudem darf laut Straßenverkehrsordnung nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. „So ist gewährleistet, dass Ihr Anhalteweg im Notfall kurz genug ist“, erklärt Jordi Gené. Das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist, das für aktuelle SEAT Modelle erhältlich ist, hält mithilfe eines Sensors den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch ein.

4. Seien Sie kein Blender
Ein weiterer Tipp des Experten ist, die eigene Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Allerdings warnt Jordi Gené davor, dafür das Fernlicht einzuschalten: „Bei Nebel oder Nieselregen reflektieren die feinen Wassertropfen das Licht der aufgeblendeten Scheinwerfer stark. Sie und andere Verkehrsteilnehmer haben dann eine viel schlechtere Sicht auf die Straße und die Fahrzeuge vor Ihnen.“ Wenn die Sicht nicht durch Nebel, starken Regen oder Schneefall stark beeinträchtigt ist, ist außerdem das Einschalten von Nebelscheinwerfern in Deutschland verboten und wird mit einem Bußgeld von 20 Euro geahndet.

Viele Werkstätten und Prüfeinrichtungen bieten gerade im Herbst sogar kostenlose Checks der Fahrzeugbeleuchtung an. Damit hat man auch bei schlechtem Wetter immer ideale Sicht.

5. Den Durchblick behalten
Spröde oder kaputte Scheibenwischerblätter können die Sicht des Fahrers um 20 bis 30 Prozent verringern. Scheibenwischerblätter sollten daher jährlich erneuert werden – idealerweise zum regenreichen Herbst hin, wenn die Scheibenwischer wieder häufiger zum Einsatz kommen. Kontrollieren Sie zudem, ob genügend Flüssigkeit im Behälter für die Scheibenreinigungsanlage ist.

Halten Sie die Scheiben Ihres Fahrzeugs unbedingt auch von innen sauber, denn dadurch beschlagen sie nicht so schnell. Auch das Einschalten der Lüftung kann für einen besseren Durchblick sorgen, entweder durch das Einschalten der Klimaanlage – denn die besitzt eine Trocknungsfunktion – oder, falls keine Klimaanlage vorhanden ist, durch das Einstellen möglichst warmer Luft.

6. Doppelt hält besser
Im Herbst sind die Straßen nicht nur bei Regen glatt. Auch durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die niedrigen Temperaturen kann die Autofahrt zu einer Rutschpartie werden. „Aus diesem Grund sollten Sie in schattigen Bereichen besonders vorsichtig fahren, erst recht, wenn die Strecke sehr kurvig ist“, erklärt Jordi Gené. Auf nasser Fahrbahn sollten Sie doppelt so viel Sicherheitsabstand einhalten wie üblich. Außerdem ist es ratsam, von Zeit zu Zeit ganz vorsichtig und unter Rücksicht auf nachfahrende Fahrzeuge auf die Bremse zu treten, um die feuchten Bremsbeläge zu trocknen, ihre Wirksamkeit zu überprüfen und ein Gefühl von der Fahrbahnbeschaffenheit zu bekommen.

7. Bei Aquaplaning nicht bremsen
Im Herbst sind kurze, heftige Regenschauer nichts Ungewöhnliches. Hierbei besteht die Gefahr von Aquaplaning. „In einer solchen Situation sollten Sie niemals auf die Bremsen treten. Warten Sie, bis die Reifen wieder Bodenhaftung haben und korrigieren Sie die Richtung dann mit sanften, keinesfalls ruckartigen Bewegungen des Lenkrads“, empfiehlt der Rennfahrer Gené.

8. Nicht nur bei Wind und Wetter: beide Hände ans Steuer
Auch starker Wind kann beim Fahren eine Herausforderung sein, vor allem auf der Autobahn. Drückt der Wind das Fahrzeug spürbar in eine Richtung, sollten Sie die Geschwindigkeit reduzieren und beide Hände am Lenkrad lassen. Insbesondere beim Überholen von Lastwagen ist Vorsicht geboten, denn sobald Sie aus dem Windschatten des Lkw herausfahren, könnte Ihr Fahrzeug durch einen heftigen Windstoß zur Seite gedrückt werden oder sogar ins Schleudern geraten.

9. Fernlicht richtig einsetzen
Mit der Zeitumstellung Ende Oktober wird es abends merklich früher dunkel. Da ist es umso wichtiger, das richtige Licht einzuschalten, denn 30 Prozent aller Autounfälle in Europa ereignen sich bei Dunkelheit. Auf Landstraßen mit geringer Sichtweite empfiehlt sich eine stärkere Ausleuchtung der Straße, doch „viele Autofahrer scheuen sich davor, das Fernlicht einzuschalten – aus Angst, andere zu blenden“, weiß Maite París, Leiterin der Abteilung Fahrzeugbeleuchtung bei SEAT. Sie fährt fort: „In modernen Fahrzeugen hilft hier der Fernlichtassistent: Er erkennt entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge, die ausreichend beleuchtet sind, und schaltet automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht um.“

10. Keine tierischen Überraschungen
Der Herbst ist für viele Wildtiere Paarungszeit. Sie sind dann oft aktiver und ziehen in größeren Herden umher. Daher sollten Sie unbedingt auf Verkehrszeichen achten, die auf Wildwechsel hinweisen, stets bremsbereit sein und an unübersichtlichen Stellen die Geschwindigkeit verringern. Gerade während der Dämmerung ist in ländlichen Gebieten vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen.

 

CUPRA Pressekontakt

Melanie Stöckl
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