Ein Fahrzeug, das mit Ampeln spricht

Martorell/Weiterstadt, 16.12.2019

  • SEAT Projekt vernetzt Fahrzeuge mit Ampeln
  • Verkehrsinformationen erscheinen in Echtzeit auf dem Display im Fahrzeug
  • Fahrer erhält Informationen über Ampelschaltung für besseren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit

Schaffe ich es noch über die Ampel, wenn ich mit meiner aktuellen Geschwindigkeit weiterfahre? Diese Frage beantwortet künftig nicht das Bauchgefühl des Fahrers, sondern sein Auto: Im Rahmen eines derzeit einzigartigen Projekts arbeitet SEAT mit der spanischen Generaldirektion für Verkehr, der Stadtverwaltung von Barcelona sowie dem Technologieunternehmen ETRA daran, Fahrzeuge mit der Straßeninfrastruktur zu vernetzen. Die Verkehrsleitzentrale kann dann beispielsweise Informationen über Ampelphasen oder Mitteilungen zur Verkehrssituation direkt an das Fahrzeug senden. Ermöglicht wird dies durch fortschrittliche Mobilfunktechnologie, deren Verzögerungszeit bei gerade einmal 0,3 Sekunden liegt.

Mit der Infrastruktur vernetzt

Das Pilotfahrzeug, das SEAT für dieses Projekt entwickelt hat, ist technisch in der Lage, sich mit seiner Umgebung zu vernetzen und Informationen, die von der Verkehrsbehörde in eine Cloud hochgeladen werden, abzurufen. Auf diese Weise erfährt der Fahrer sofort, was ihn auf seiner Strecke erwartet. „Die vernetzten SEAT Fahrzeuge empfangen Verkehrsinformationen in Echtzeit. Dazu gehören Mitteilungen, die auf den Wechselverkehrszeichen auf Autobahnen angezeigt werden, sowie Informationen zu den Schaltphasen von innerstädtischen Ampeln“, erklärt Jordi Caus, Leiter der Abteilung Urban Mobility Concepts bei SEAT.

Fuß vom Gas, die Ampel wird gleich rot

Die Informationsübertragung zu den jeweiligen Ampelphasen ist ein besonders interessanter Aspekt des Projekts, wie Jordi Caus erläutert: „Die Ampel sendet Informationen über ihre aktuelle Schaltphase und den Zeitpunkt des nächsten Umschaltens in die Cloud der Verkehrsbehörde. Das Fahrzeugsystem empfängt diese Daten dann aus der Cloud und verarbeitet sie unter Berücksichtigung der aktuellen Fahrgeschwindigkeit. Dies ist besonders praktisch, wenn die Ampel in Kürze auf Rot umschalten wird, da der Fahrer rechtzeitig abbremsen kann.“

Wie funktioniert das in der Praxis?

Nähert sich das Fahrzeug einer Ampel, zeigt das Display an, ob diese bei Ankunft rot, grün oder gelb sein wird. Das System ermittelt dies zuverlässig unter Berücksichtigung der Entfernung sowie der aktuellen Fahrgeschwindigkeit. Die smarte Technologie verfügt noch über eine weitere Sicherheitskomponente: Der Fahrer erhält die Mitteilung nur, wenn er die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhält. „Bei überhöhter Geschwindigkeit zeigt das System keine Mitteilung an. Mit dieser Funktion leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Vernetzung soll schließlich ein Hilfsmittel sein, das den Verkehr im Fluss hält, und für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr sorgen“, sagt Manuel Valdés, Leiter der Abteilung Mobilität und Infrastrukturen bei der Stadt Barcelona.

Das Auto wird zur Informationstafel

Heute gibt es allein in Spanien 2.000 Informationstafeln, die über Verkehrs- und Wetterbedingungen, Straßenarbeiten oder Unfälle Aufschluss geben. Mit dem neuen Informationssystem können all diese Daten direkt auf die Displays der vernetzten Fahrzeuge übertragen werden. Jorge Ordás, stellvertretender Direktor der Abteilung Mobilität und Technologie bei der spanischen Generaldirektion für Verkehr, erklärt: „Das funktioniert ähnlich wie die Wechselverkehrszeichen auf der Autobahn. Nur können wir jetzt von jedem Straßenabschnitt aus Informationen direkt in das Auto senden.“

Mehr Sicherheit und Effizienz

Mehr Informationen bedeuten gleichzeitig ein verringertes Risiko – das ist einer der zentralen Ansätze dieses innovativen Projekts. „Wir möchten erreichen, dass die Zahl der Unfälle deutlich zurückgeht und dass es insgesamt weniger Verkehrsaufkommen gibt. Damit tun wir dann auch noch etwas Gutes für die Umwelt“, sagt Jorge Ordás.

Die Zukunft gehört dem Informationsaustausch

Künftig sollen vernetzte Fahrzeuge und ihre Fahrer auch selbst Informationen liefern können, erklärt der Verkehrsexperte weiter: „Ziel ist es, dass die Fahrer irgendwann nicht nur Daten empfangen, sondern auch senden können. So können andere Verkehrsteilnehmer noch schneller über Vorkommnisse auf einem bestimmten Straßenabschnitt informiert werden.“ Auch Jordi Caus denkt schon an die Zukunft: „Dieses Projekt ist für SEAT nur der Anfang. Im ersten Schritt vernetzen wir die Fahrzeuge mit ihrer Umgebung, um diese sicherer zu machen und den Fahrkomfort zu erhöhen. Darüber hinaus sehen wir aber gerade im Hinblick auf selbstfahrende Fahrzeuge weitere vielversprechende Einsatzmöglichkeiten – beispielsweise die Möglichkeit, schnell und sicher einzugreifen, wenn sich ein Fahrzeug in einer riskanten Situation befindet.“

SEAT Pressekontakt

Melanie Stöckl
Leiterin Kommunikation
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