So farbenfroh ist die SEAT Historie

Martorell/Weiterstadt, 25.08.2020

  • Alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen aufwendig nachkoloriert
  • Beeindruckende Farbenpracht historischer Dokumente
  • Das SEAT Archiv umfasst fast 200.000 Dokumente, Fotos und Videos

Angesichts unserer rasant fortschreitenden technologischen Möglichkeiten erscheint es kaum denkbar, dass die ersten Farbaufnahmen noch nicht einmal 100 Jahre alt sind. Und doch war „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ im Jahr 1935 der erste Film, der mit dem damals neuartigen Technicolor-Verfahren gedreht wurde. Es dauerte jedoch noch Jahre, bis die Technologie alle Kontinente erobert hatte. In Europa hielt das Farbfernsehen beispielsweise erst 1967 richtig Einzug. Auch SEAT besitzt in seinem Unternehmensarchiv noch viele Dokumentarfilme in Schwarz-Weiß – doch das ändert sich nun.

Historisches Archiv

Das SEAT Archiv umfasst beeindruckende 193.739 Dokumente, Fotos und Videos. Um sie bestmöglich zu schützen, werden sie unter speziellen Bedingungen gelagert, wie Isidre López erklärt, der seit mehreren Jahren die „Coches Históricos“, die Sammlung historischer Fahrzeuge aus der 70-jährigen Geschichte von SEAT, betreut: „Unser Archiv enthält verschiedene Medien, von Papier über Dias bis hin zu Tonbändern und Filmaufnahmen. Um diese historischen Aufnahmen zu erhalten, nutzen wir zertifizierte Verfahren und regeln unter anderem die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in den Lagerräumen.“

SEAT setzt zudem weitere moderne Verfahren ein, um das historische Material zu konservieren – und nachträglich sogar noch zu verbessern. Denn neue Technologien machen es möglich, alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu digitalisieren und dabei zu kolorieren. Videos und Fotos erhalten so eine ganze neue, farbenfrohe Dimension.

Offenbarung neuer Details

Das Einfärben der alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen offenbart neue Details: Statt Licht und Schatten, Schwarz und Weiß, sieht man erstmals Farben und Schattierungen, die ein anderes Bild der damaligen Zeit vermitteln und die Vergangenheit näher rücken lassen. „Die ganz frühen SEAT Fahrzeuge waren in den Farben Schwarz, Moosgrün, Dunkelblau, Milano-Rot und Havanna-Tabak lackiert. Bald gab es aber einen Wechsel hin zu helleren Farben wie Mondgrau, Wassergrün, Elfenbein, Senf und Strandbeige“, weiß Isidre López. Auf den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen war dies bis dato nicht zu erkennen – das macht die nachkolorierten Bilder und Videos so interessant.

Magische Verwandlung

SEAT steht seit jeher für neue und wegweisende Technologien. Selbstverständlich lässt das Unternehmen seine historischen Videoaufnahmen aus den 1950er-Jahren daher nur mithilfe modernster Verfahren aufbereiten. Dazu hat SEAT die Produktionsfirma Sinedie aus Madrid beauftragt: Das Unternehmen hat sich auf die Postproduktion spezialisiert und eine zeitaufwendige Technik entwickelt, um historische Aufnahmen zu kolorieren.

Jedes einzelne Standbild wird koloriert

Das Verfahren besteht aus zwei Schritten, einem digitalen und einem manuellen. Dabei wird zunächst durch einen komplexen Algorithmus die Auflösung des Bildes erhöht. Eine künstliche Intelligenz interpretiert dieses hochaufgelöste Bild dann hinsichtlich der Farbgebung. Als Nächstes folgt die manuelle Feinarbeit, erzählt Pablo Cambronero, Projektmanager bei Sinedie: „Um die tatsächliche Farbe eines jeden Elements im Video besser definieren zu können, lösen wir es aus der Gesamtaufnahme heraus, blenden den Rest aus und kolorieren dieses Element in jedem einzelnen Standbild.“ Wer das Endergebnis sieht, erkennt sofort: Die Mühe lohnt sich. „Durch diese aufwendige Technik erreichen wir eine bessere Auflösung und eine historisch korrekte Farbgebung“, erklärt Pablo Cambronero.

Realitätsnah

Diese historische Detailtreue ist SEAT sehr wichtig. Um sie zu gewährleisten, wird das gesamte Archiv mitsamt existierenden Farbfotos und authentischem Archivmaterial herangezogen. Isidre López unterstützt die Produktionsfirma außerdem mit seinem Fachwissen über die damalige Zeit. „Das Schwierigste an unserer Aufgabe ist, die Natürlichkeit und Authentizität der Bilder zu erhalten. Es ist sehr wichtig, dass die Farben der damaligen Realität entsprechen“, betont Pablo Cambronero. Auch Isidre López legt größten Wert auf eine möglichst realitätsnahe Kolorierung: „Die korrekte Darstellung der Farben verleiht den Aufnahmen einen unschätzbaren historischen und emotionalen Wert.“

Kontinuierliche Entwicklung

Ob Schwarz-Weiß oder in Farbe, die historischen Aufnahmen verdeutlichen vor allem eines: Die Zeit schreitet voran und mit ihr die technologische Entwicklung. Am Beispiel von SEAT lässt sich dies gut verfolgen: Das Werk in der Zona Franca, das auf alten Aufnahmen eher dunkel erscheint, steht in starkem Kontrast zu den modernen hellen Hallen des heutigen Werks in Martorell. Im ersten Jahr nach der Gründung produzierte SEAT mit 900 Mitarbeitern fünf Fahrzeuge am Tag. Heute hat das Unternehmen deutlich höhere Produktionskapazitäten, und Design und Innovation sind zu tragenden Säulen der Marke geworden.

SEAT Pressekontakt

Melanie Stöckl
Leiterin Kommunikation
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melanie.stoeckl@seat.de