Stromaufwärts auf den Olympiaberg

Martorell/Weiterstadt, 20.08.2020

  • Zwei Generationen vollelektrischer SEAT Modelle unterwegs
  • Der SEAT Toledo wurde für die Olympischen Spiele 1992 produziert
  • Der SEAT Mii electric ist das erste Elektro-Serienmodell der Spanier
  • Zusammen erklimmen sie in Barcelona den „Olympiaberg“ Montjuic

Ganze 28 Jahre sind bereits vergangen, seit Barcelona die Olympischen Sommerspiele ausgerichtet hat. Beim größten Sportereignis der Welt direkt vor der eigenen Haustür durfte SEAT natürlich nicht fehlen – und so war der spanische Hersteller 1992 ganz vorn mit dabei und stellte unter anderem das Führungsfahrzeug beim Marathonlauf. Die Sensation damals: Der SEAT Toledo, der den Läufern voranfuhr, war ein Elektroauto. Er wurde speziell für diesen historischen Anlass entwickelt und ging damit in die Unternehmensgeschichte ein.

SEAT startet einzigartige Elektro-Offensive

Der vollelektrische SEAT Toledo legte das Fundament für die Elektro-Offensive des spanischen Automobilherstellers, die mit dem SEAT Mii electric* (Stromverbrauch kombiniert: 12,9 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km; CO2-Effizienzklasse: A+) als Vorboten nun neu befeuert wurde: Erst kürzlich hat SEAT für die nächsten fünf Jahre ein umfangreiches Investitionsvorhaben in Höhe von fünf Milliarden Euro bekanntgegeben. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Elektrifizierung, die inzwischen zu einem der Hauptpfeiler des Unternehmens geworden ist.

Generationsübergreifende Ausfahrt

Aus diesem Anlass hat SEAT kürzlich sein ältestes und sein jüngstes E-Modell – den SEAT Toledo und den SEAT Mii electric – den „Olympiaberg“ Montjuic bei Barcelona hinaufgeschickt. Zwischen den beiden Fahrzeugen liegen fast 30 Jahre technischer Fortschritt, doch beide Modelle teilen den Geist der Nachhaltigkeit. Der SEAT Toledo hatte im Rahmen dieser generationsübergreifenden Ausfahrt Gelegenheit zu zeigen, ob er mit seiner Reichweite von bis zu 55 Kilometern auch mit den jungen Generationen mithalten kann.

Bahnbrechend

Das erste Elektroauto von SEAT wurde 1992 geboren. Das Regelwerk für den Marathonlauf der Olympischen Spiele schrieb vor, dass das vorwegfahrende Fahrzeug emissionsfrei sein müsse. SEAT erkannte die Gelegenheit und baute eines seiner damals brandneuen SEAT Toledo Modelle zu einer vollelektrischen Version um. In nur drei Monaten brachten die Experten von SEAT ihr erstes E-Modell auf die Straße. Ingenieur Thomas Kurz war am Umbau beteiligt und erinnert sich gern an diese großartige Leistung: „Damals war die Herstellung eines Elektrofahrzeugs etwas völlig Neues, das war also sehr aufregend. Das Fahrzeug war so einmalig, dass wir es nach seiner Fertigstellung zuerst in Deutschland zulassen mussten, weil niemand wusste, wie man ein Elektrofahrzeug in Spanien anmeldet.“

Damals ein Marathon, heute sechs

Das Hauptziel bestand damals darin, sicherzustellen, dass die 500 Kilogramm schwere Batterie des SEAT Toledo genug Energie liefern würde, um die gesamte Marathonstrecke von 42,195 Kilometern durchzuhalten. Dieses Ziel wurde erreicht: „Damals waren Elektrofahrzeuge für den Markt nicht interessant. Wegen des Batteriegewichts, der niedrigen Energieleistung und der geringen Reichweite waren sie als Standardfahrzeuge einfach nicht rentabel“, erklärt Thomas Kurz. „Die Reichweite genügte gerade so für den Marathon, denn man muss bedenken, dass die Strecke teils auch steil bergauf führte, wodurch der SEAT Toledo einen höheren Energieverbrauch hatte.“

Doch in 28 Jahren hat sich viel getan: Die Batterie des SEAT Mii electric wiegt mit 250 Kilogramm nur noch die Hälfte und liefert dabei Energie für sechs Marathons. „Elektrofahrzeuge haben in der Stadt einen geringeren Verbrauch und gewinnen zudem beim Bremsen Energie zurück. Dadurch hat der SEAT Mii electric eine Reichweite von bis zu 260 Kilometern in einem kombinierten Fahrzyklus und von bis zu 360 Kilometern bei einer rein innerstädtischen Nutzung“, erklärt Santi Castellá, Leiter Elektromobilität bei SEAT.

Kaum Änderungen an der Karosserie

Trotz ihres Altersunterschieds haben die beiden Modelle eines gemeinsam: die wenigen Modifikationen, die an der Karosserie nötig waren, um sie zu Elektroversionen umzubauen. Im Fall des SEAT Toledo gab es kaum Änderungen: Im Kofferraum wurde eine Art Schale für die Batterie eingebaut und die Bremsen hatten eine überdimensionierte Trommel, die beim Bremsvorgang das höhere Gewicht des Fahrzeugs ausglich. „Bei der Hauptuntersuchung mussten wir zeigen, dass er 50 Stundenkilometer erreichen und bei dieser Geschwindigkeit innerhalb einer bestimmten Distanz zum Stehen kommen konnte“, erinnert sich Thomas Kurz.

Auch beim SEAT Mii konnte das Chassis nahezu unverändert bleiben. Moderne Elektrofahrzeuge werden üblicherweise so konstruiert, dass sich ihre Form an die Batterie anpasst, die sich in der Regel am Boden des Fahrzeugs befindet. Bei der Umrüstung auf Elektroantrieb waren für den SEAT Mii hingegen keine Veränderungen der Karosserie oder des Interieurs nötig, da für dieses Modell spezielle Batterien gefertigt werden.

Von 16 auf 61 Kilowatt Leistung

Vor fast drei Jahrzehnten waren 16 kW (22 PS) Leistung für die vorgegebene Aufgabe mehr als ausreichend. Der elektrische SEAT Toledo sollte sich nach der Geschwindigkeit der Marathonläufer richten – und diese liegt unter 30 km/h. Eine Herausforderung bestand jedoch darin, vorab zu testen, ob das Fahrzeug bei dieser Geschwindigkeit auch die Ziellinie erreichen würde. „Wir konnten den elektrischen SEAT Toledo nicht auf der tatsächlichen Marathonstrecke testen, denn dann hätten wir Straßen sperren und sogar gegen die Verkehrsrichtung fahren müssen“, erzählt Thomas Kurz. „Also sind wir auf die Teststrecke gefahren und haben Parameter verwendet, die wir vorher mit einem anderen Modell gesammelt hatten. Und ja, wir haben den SEAT Toledo ausgiebig getestet, und er war erfolgreich – sowohl bei Olympia als auch einige Wochen später bei den Paralympischen Spielen.“

Zurück in die Gegenwart

Der 61 kW (83 PS) starke SEAT Mii electric und der elektrische SEAT Toledo haben das Olympiastadion auf dem Berg Montjuic umrundet. Der SEAT Toledo wurde zuvor modernisiert und zeigt sich nach der Restaurierung in perfektem Betriebszustand – ganz zur Freude von Isidre López. Er betreut seit mehreren Jahren die „Coches Históricos“, die Sammlung historischer Fahrzeuge aus der 70-jährigen Geschichte von SEAT, und hat das Restaurierungsteam geleitet: „Der elektrische SEAT Toledo ist eines der Juwelen in unserem Museum. Unsere Fahrzeuge sind für uns nicht nur Ausstellungsstücke – wir wollen, dass sie funktionsfähig sind und damit ihr Wesen bewahren“, sagt Isidre López. „Beim SEAT Toledo haben wir die alten Blei-Gel-Akkus ausgetauscht und die Elektrik erneuert. Damals, 1992, hat das Team großartige Arbeit geleistet; das Fahrzeug funktioniert noch immer einwandfrei und könnte auch heute noch den einen oder anderen Marathon mitfahren.“

SEAT Pressekontakt

Melanie Stöckl
Leiterin Kommunikation
T/ +49 61 50 1855 450
melanie.stoeckl@seat.de

*Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Seit dem 1. September 2017 werden bestimmte Neuwagen bereits nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, WLTP), einem realistischeren Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen, typgenehmigt. Ab dem 1. September 2018 wird der WLTP schrittweise den neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ersetzen. Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem NEFZ gemessenen. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen WLTP und NEFZ findest du unter www.seat.de/ueber-seat/wltp-standard.html

Aktuell sind noch die NEFZ-Werte verpflichtend zu kommunizieren. Soweit es sich um Neuwagen handelt, die nach WLTP typgenehmigt sind, werden die NEFZ-Werte von den WLTP-Werten abgeleitet. Die zusätzliche Angabe der WLTP-Werte kann bis zu deren verpflichtender Verwendung freiwillig erfolgen. Soweit die NEFZ-Werte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat, usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch, den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen, spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Str. 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen (www.dat.de) unentgeltlich erhältlich ist.