Grenzen austesten

So werden Fahrzeugteile auf die Probe gestellt

Martorell/Weiterstadt,  28 September 2017

  • Jedes Modell wird vor der Markteinführung extremen Tests unterzogen
  • Widerstandsfähigkeit und Sicherheit werden umfangreich überprüft
  • Abnutzung der Materialien kann dadurch vorhergesagt werden

Bevor ein SEAT in die Serienproduktion geht, werden alle montierten Teile einer regelrechten Tortur unterzogen: Zum Beispiel werden die Türen 30.000 Mal geschlossen, die Sitzpolster und Rückenlehnen 20.000 Mal belastet und jede Steuertaste 5.000 Mal gedrückt. Dies sind nur einige der härtesten Prüfungen, die ein Auto durchlaufen muss.

Die meisten Tests werden durchgeführt, wenn das Modell noch ein Prototyp ist. Andere werden wiederum an allen Produktionsfahrzeugen durchgeführt, kurz bevor sie das Werk verlassen. Das Ziel ist es, die Qualität und Zuverlässigkeit der Teile sowie des Fahrzeugs in seiner Gesamtheit zu gewährleisten.

Räder, die viermal um die Welt rollen

Rund 50 Ingenieure testen die Prototypen, indem sie mehr als 1,2 Millionen Kilometer pro Jahr in extremem Gelände fahren. Alle Radbauteile müssen sowohl den eisigen Straßenverhältnissen in Russland als auch der sengenden 50-Grad-Hitze der marokkanischen Wüste standhalten.

Steinschläge über eine Strecke von 3.000 Kilometern

Hunderttausende Gesteinsfragmente treffen das Untergestell eines Fahrzeugs, die Radläufe oder die Stoßfänger im Laufe der Entwicklungsphase eines Fahrzeugs. Dabei wird beobachtet, wie diese Teile das Befahren einer 3.000 Kilometer langen Strecke über unebenes Gelände verkraften.

20.000 Reibungsbewegungen pro Sitz

Einsteigen, aussteigen, einsteigen, aussteigen – und das 20.000 Mal hintereinander. Dieser Test wird glücklicherweise von einer Maschine ausgeführt, die nahezu perfekt simuliert, wie Fahrer und Beifahrer im Auto sitzen und sich an den Stoffen der Sitzpolster und Rückenlehnen reiben. Darüber hinaus werden die Sitzlehnen bei jedem Fahrzeugmodell bis zu 20.000 Mal umgeklappt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu prüfen.

5.000 Knopfdrücke

Jeder Schalter, Dreh- und Steuermechanismus muss ein Gefühl von Qualität und Präzision auf Knopfdruck vermitteln. Aus diesem Grund werden die Tasten auf dem Navigationsbildschirm, dem Radio und der Klimaanlagenschaltung bis zu 5.000 Mal betätigt. Die Haptik-Abteilung, die alle mit Berührungen zusammenhängenden Interaktionen untersucht, führt diese Tests bereits drei Jahre vor der Einführung der Fahrzeuge durch.

30.000 Mal Türen schließen

Das Geräusch des Türschließens hinterlässt beim Käufer eines Neuwagens einen bleibenden Eindruck. Deshalb werden 30.000 Schließungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass bei keinem Modell ein Klappern, sondern ein leichtes Klicken zu hören ist, das dem Kunden das Gefühl von fest verschlossenen Türen vermittelt.

2.500 Liter monsunartige Regenfälle

Ein weiterer Test, dem die mehr als 2.200 täglich vom Band gehenden Fahrzeuge unterzogen werden, lautet: zehn Minuten lang insgesamt 2.500 Litern Regenwasser standzuhalten. Die Autos haben diese Prüfung bestanden, sobald bestätigt wurde, dass der Fahrzeuginnenraum vollständig wasserdicht ist. Übrigens: Um nicht unnötigerweise Wasser zu verschwenden, laufen die 2.500 Liter in ein Auffangbecken ab und werden jedes Mal wiederverwendet.

Zwei Millionen Kilometer Testfahrten auf der Straße

Ziel dieses Tests ist es, die einwandfreie Funktion des Bremssystems zu überprüfen und zu bestätigen, dass es keine störenden Geräusche von sich gibt. Dies ist der abschließende Test, bevor ein neues Modell an die Händler ausgeliefert wird. Die Fahrer, die den Autos das Letzte abverlangen, legen jedes Jahr insgesamt zwei Millionen Kilometer auf einer Strecke mit unebenen Oberflächen und Abhängen, über Kopfsteinpflaster und auf insgesamt sechs verschiedenen Bodenbelägen zurück.

 

Weitere Informationen:
Melanie Stöckl
Leiterin Kommunikation
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E-Mail: melanie.stoeckl@seat.de