Fahren mit Schneeketten

So kommen Sie sicher durch Schnee und Eis

Weiterstadt,  19 Dezember 2017

  • Schneekette ist nicht gleich Schneekette
  • Wie man die Ketten korrekt montiert
  • Was es beim Fahren zu beachten gilt

2. Den richtigen Kettentyp wählen

Ferner gibt es verschiedene Typen von Schneeketten. Man unterscheidet hier zwischen vollwertigen Ketten, deren Glieder sich über die gesamte Lauffläche verteilen, und sogenannten Anfahrhilfen. Letztere sind die „Light-Version“ von Schneeketten und in der Regel preisgünstiger. Bei Anfahrhilfen handelt es sich um einzelne Platten mit Spikes, die mittels Spanngurten befestigt werden. Sie sind jedoch nur für den kurzfristigen Einsatz geeignet und auf Strecken mit bestehender Schneekettenpflicht nicht zugelassen. Es existieren verschiedene Systeme zur Befestigung der Ketten. Am einfachsten sind sogenannte Schnellmontagesysteme, auch „Komfortketten“ genannt. Sie ziehen sich beim Anfahren selbstständig über die Räder, sind aber teuer und begrenzt effizient; zudem benötigen sie einen zuvor am Radbolzen befestigten Adapter. Seilketten sind preisgünstiger und bieten eine bessere Traktion, sind dafür aber schwieriger zu montieren und in der Regel nur für Fahrzeuge mit Frontantrieb geeignet. Einen guten Kompromiss bilden die Ringketten, bei denen ein Stahlring die Spannung der Kette hält und als Ganzes über den Reifen gestülpt wird.

3. Die korrekte Montage

Ein Tipp vorweg: Üben Sie zu Hause an Ihrem SEAT für den „Ernstfall“ und legen Sie die Ketten unter trockenen Bedingungen mindestens einmal an. Verwenden Sie Arbeitshandschuhe. Die Ketten werden an den Rädern der Antriebsachse montiert. Bei SEAT Modellen mit 4Drive Allradantrieb verwenden Sie im Idealfall vier Ketten, alternativ ist auch der Betrieb mit Ketten nur an Vorder- oder Hinterachse möglich. Versuchen Sie, die Ketten möglichst bereits vor Erreichen des verschneiten Streckenabschnitts anzulegen. Nach erfolgter Montage fahren Sie 50 bis 100 Meter weit und kontrollieren Sie anschließend den korrekten Sitz der Ketten. Haben diese zu viel Spiel, könnten dadurch die Radhäuser beschädigt werden. Bei zu fest montierten Ketten besteht dagegen die Gefahr von Reifenschäden. Halten Sie sich bei der Montage genau an die jeweilige Anleitung des Herstellers.

4. Was Sie bei der Fahrt beachten sollten

Die Höchstgeschwindigkeit für das Fahren mit montierten Schneeketten beträgt 50 km/h. Fahren Sie vorsichtig und vorausschauend, da das Lenk- und Bremsverhalten mit Ketten anders sein kann. Das Funktionsprinzip einer Schneekette beruht auf dem Schlupf der Antriebsräder. Damit sich die Kette in den Schnee eingraben und so Traktion aufbauen kann, muss das Rad also leicht durchdrehen. Die in Ihrem SEAT Modell vorhandenen elektronischen Fahrhilfen wie Traktionskontrolle und/oder das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wären somit eher hinderlich. Deaktivieren Sie diese daher vorübergehend. Grundsätzlich: Montieren Sie niemals Schneeketten an Sommerreifen, denn dadurch hat nur die angetriebene Achse Traktion, die übrige so gut wie keine. Das ist sehr gefährlich und kann zu völlig unberechenbarem Fahrverhalten führen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist Winterbereifung Pflicht, Sommerreifen gehören in die Garage.

5. Nach der Fahrt

Sobald sie wieder schneefreien Asphalt unter den Rädern haben, demontieren Sie die Schneeketten von Ihrem SEAT, denn diese können sonst beschädigt werden. Wenn Sie am Ziel angekommen sind, empfiehlt es sich, die Ketten zu reinigen und nach dem Trocknen leicht einzufetten. Das schützt vor Korrosion und sorgt dafür, dass Ihre Ketten langfristig einsatzbereit sind.

 

Weitere Informationen:
Melanie Stöckl
Leiterin Kommunikation
Telefon: 0 61 50/1855 450
E-Mail: melanie.stoeckl@seat.de